Juni 2019

Eine sommerliche Erfrischung gefällig? Das Sour Ale with Berries könnte genau das Richtige sein. Auch das Dampfbier Meekuh ist sehr erfrischend.

Ganz besonders ist immer das Rauchbier. Der traditionelle Stil, gebraut von der Bamberger Traditionsbrauerei Spezial, ist einmalig und verdient es probiert zu werden.

Und wenn du auf der Suche nach der vollen Ladung Hopfen bist, dann haben wir diesen Monat mit Sir Barks-A-Lot, Hopferla und Yeast is King gleich drei spannende und hopfige Biere zur Auswahl.

Spezial Rauchbier

Rauchbier und Bamberg, das gehört zusammen wie Erdbeeren und Sahne. Die oberfränkische Stadt ist für diesen Bierstil bekannt wie keine andere. Das Rauchbier Lager von der Spezial Brauerei ist dabei einer der Klassiker, die seit Jahrhunderten überzeugen. Auch das ist Craft Bier: Ein regionaler Stil mit Geschichte, gebraut in handwerklicher Weise und vor allem mit einem einmaligen Charakter.

Die Bamberger Brauerei Spezial ist bereits 1536 zum ersten mal urkündlich erwähnt. Die Traditionsbrauerei legt sehr viel Wert auf Regionalität. So stammt beispielsweise der Hopfen ausschließlich aus Bayern. Besonders bemerkenswert ist, dass in der Brauerei auch die Rauchmälzerei liegt. Dabei wird das Malz 24 Stunden lang über einem offenen Feuer getrocknet. Das Raucharoma kommt dabei von Buchenholz, das langsam brennt und dessen Feuer von Hand geschürt ist.

Sakiškių Alus Sour Ale with Berries

Bitte unbedingt vor dem ersten Schluck lesen! (Oder nicht, genieße dein Bier, wie du willst.) Wer hier ein typisches Bier erwartet, wird gleich enttäuscht. Sauerbiere sind von Prinzip her Biere, denn es wird primär Stärke vergoren im Gegensatz zum Wein, bei dem Zucker vergoren wird. Sauerbiere haben geschmacklich aber oft mehr mit Apfelsaft gemeinsam. Dieses Ale mit Himbeeren, Brombeeren und Rote-Bete-Saft ist da nicht anders. Hat man dieses Bewusstsein, dann ist dieses Sour Ale with Berries eine sehr spannende Erwachsenen-Limonade.

Das Vorhaben zu Sakiškių alus war einfach: Handwerklich gebrautes, modernes Bier aus einer handwerklich gebauten Brauerei. Das war die Idee von Linas Zakarevičius, der sein Hobby professionalisieren wollte. 80qm in einem zwei-stöckigen Fachwerkhaus ist alles, was die Brauerei braucht. Für eine Brauerei ist das sehr klein, doch die ganze Ausstattung hat Linas selbst entworfen. Dank der Hilfe von Freunden hat er es geschafft, in einem halben Jahr die Brauerei aufzubauen. Besonders sein Vater hat viel geholfen und gar seinen ganzen Sommerurlaub mit dem Bau der Brauerei verbracht.

Sudden Death Brewing Sir Barks-a-Lot

Hunde und Craft Bier, das scheint irgendwie zusammen zu passen. Da gibt es Brauereien wie Dogfish, Flying Dog, Mad Dog, Moon Dog und natürlich auch BrewDog. Da ergibt es nur Sinn, dass auch die deutschen Craft Brauer beim Thema Hund nicht hinterher hinken: Sir Barks-A-Lot bringt dich so zum Bellen, dass sich der Postbote fürchten muss. Besonders spannend ist der NEIPA Bierstil, manchmal auch Vermont IPA oder New England IPA genannt. Dieser wurde an der amerikanischen Ostküste erfunden, sieht im Glas ganz besonders farbig aus und schmeckt weniger bitter als die typischen IPAs.

Timmendorfer Strand ist eine Gemeinde nördlich von Lübeck und liegt, wie der Name vermuten lässt, direkt am Meer. Die Gemeinde beheimatet den derzeit einzigen Eishockeyverein Schleswig-Holsteins und die zwei eishockeyverrückten Brauer Olli Schmökel und Ricky Nagel. Als die beiden in den USA ihr Lieblingsteam, die Boston Bruins, anfeuerten, entdeckten sie dort auch die Liebe zu Craft Beer für sich. Als die beiden in Deutschland Schwierigkeiten hatten, genug Auswahl an Craft Bieren zu finden, lösten sie das Problem kurzerhand selbst, indem sie als Brau-Quereinsteiger "Sudden Death Brewing" gründeten.

Frau Gruber Yeast is King

In der Regel spricht man bei einem IPA in erster Linie von den verwendeten Hopfensorten. Das Yeast is King ist jedoch wegen seiner Hefen besonders bemerkenswert: Dabei sind zwei Hefen vereint, um dem Craft Bier-Klassiker einen besonders fruchtigen Geschmack zu verleihen.

Frau Gruber. Da würde man erwarten, dass eine Dame Bier braut. Doch dahinter stecken die langjährigen besten Freunde Enzo Frauenschu und Matthias Gruber. Schon seit sie in Australien zusammen Craft Bier getrunken haben, war klar, dass sie irgendwann selbt brauen möchten. So studierte Enzo Brauwesen in Weihenstephan und die beiden fingen an nebenberuflich Craft Bier zu importieren. Mit steigender Nachfrage wurde für Matthias der Vertrieb irgendwann zum Hauptberuf, während Enzo bei Riegele in Augsburg Bier braute. Den Craft Bier-Vertrieb Liquid Hops gibt es nach wie vor und Enzo ist nun Brauleiter für die Camba Old Factory in Gundelfingen an der Donau.

Weiherer / Fat Head's Hopferla

Beim Hopferla haben die amerikanischen Craft Brauer von Fat Head's aus Ohio und die Franken der Brauerei Kundmüller aus Weiher zusammengearbeitet. Das Ergebnis ist ein West Coast IPA, das heißt, mehr Hopfen und mehr Bittere, als man an der amerikanischen Ostküste verwendet. Die sieben verwendeten Hopfensorten sind Simcoe, Warrior, Centennial, Mosaic, Equinox, Citra und Chinook, die allesamt an der amerikanischen Westküste gezüchtet wurden.

Ein gemeinsam gebrautes Bier der Weiherer Brauerei Kundmüller und der Craft Brauerei Fat Head's aus Ohio gab es schon mal. Das war ein Imperial IPA, der wohl hopfenlastigste aller Bierstile. Weil das so gut geklappt hat, ist Fat Head's Braumeister Matt Cole wieder nach Weiher bei Bamberg geflogen und zusammen wurde Hopferla gebraut.

SMaSH Brewing Meekuh

Mainkuh oder Meekuh, das ist Jargon für Dampfboote, die früher Güter auf dem Main transportierten. Diese deutsche Geschichte passt gut zusammen mit dem Stil des Steam Beer oder Dampfbier, das von deutschen Brauern im 19. Jahrhundert in San Francisco zur Bekanntheit geführt wurde. Den Namen hat das Bier dadurch bekommen, dass beim Brauen besonders viele kleine Bläschen entstehen.

Chris Sullivan war als Braumeister bei Maisel & Friends für Biere wie das Citrilla IPA oder das Going Hazelnuts – einem Gemeinschaftssud mit den Österreichern von Bierol – zuständig. Mit SMaSH machte er sich 2018 selbstständig und möchte den deutschen Biertrinker aufklären. Dabei fing er mit einem Lagerbier mit modernen Hopfensorten an und hat mittlerweile auch ein Rotbier und ein Dampfbier auf den Markt gebracht.