Oktober 2019

Im Oktoberpaket passt kaum etwas besser als ein Oktoberfestbier. Wie die früher geschmeckt haben? Das zeigt das Craftoberfest von Libertus Craft Brewing mit dem Ur-Märzen in Oktoberfestvariante.

Trendgetränk Gin Tonic oder Trendgetränk Craft Bier, das ist bei mir manchmal eine schwere Entscheidung. Das Icelanding G&T Pils bringt beides in einem außergewöhnlichen Bier zusammen.

Ist das innovativ oder schon fast verrückt? Das Red Hot Tripel ist ein belgischer Bierstil, dem aus Experimentierfreude Rote Bete-Saft und Chilischoten hinzugefügt wurden.

Einfach zu genießen ist das Pale Ale vom Brauhaus Binkert. Der Berliner Zwillingsbruder des Craft Bier-Klassikers ist das Stone Berlin IPA.

Und besonders die Hopheads werden sich freuen, mit dem Hopeye am eigenen Körper zu erleben, was aus Popeye geworden wäre, wenn er seinen Spinat für Hopfen eingetauscht hätte.

Emelisse Red Hot Tripel

Ein Tripel ist ein heller und kräftiger belgischer Bierstil. Die niederländische Traditionsbrauerei Emelisse hat mit dem Red Hot Tripel einen interessanten Versuch gewagt: Dieses Bier ist scharf und rot wie eine Rübe. Kein Wunder, denn scharfe Chilischoten und Rote Bete-Saft gehören hier zu den Zutaten. Dem setzt ein Tripel eine Süße des Malzes entgegen, die sich so ausgleichen lässt.

Als 1998 im Westen der Niederlande die Stichting Emelisse gegründet wurde, eine Stiftung, um die frühere Insel Noord-Beveland zu fördern, da passte es gut, dass der bierbegeisterte Fré Buijze mit dem Brauen anfing. Denn sein Bier wurde unter der Marke Emelisse, im Mittelalter eins von zwölf Dörfern auf der damaligen Insel, zum Aushängeschild für die Region.

Libertus Craft Brewing Craftoberfest

Ziel des Craftoberfest Biers ist es, ein solches Bier zu brauen, wie man es früher auf der Wiesn gefunden hat. Das heißt, dass nicht an Stammwürze und Alkoholgehalt gespart wird und dass es sich um ein malzbetontes vollmundiges Bier handelt. Traditionell, handwerklich und dennoch nah an dem, was man von einem Münchner Bier erwartet.

Libertus Craft Brewing wurde gegründet von Head Brewer Dave und Sommelière Denise. Dave hat sich bereits während seines Jurastudiums in den USA für Craft Bier interessiert und fleißig zu Hause gebraut. Als er seine spätere Frau in Franken besuchte und deren Landgasthof kennenlernte, fasste er den Entschluss, Wirt zu werden und so seinen Kunden Craft Bier näher zu bringen. Denise hatte schon von klein auf die Verbindung zur Wirtschaft ihrer Großeltern und hat sich daher immer für Kulinarik interessiert. Die Biersommelière berät gerne ihre Gäste zur Kombination von Bier und Speisen und ist bei der Entwicklung neuer Biere voll miteinbezogen.

Einstök Icelandic G&T Pils

Wenn eine isländische Brauerei Pils und das Modegetränk Gin Tonic zusammenbringt, dann kann man das kaum besser illustrieren als mit einem Hipster Wikinger. Das zeigt zumindest die Dose des Icelandic G&T Pils. Dabei steht die Melone für die englische Tradition des Gins und der Bart für den isländischen Wikinger. Beim Öffnen der Dose riecht man direkt die Zitrusaromen, die sich mit Wacholder verkuppeln lassen.

Einstök bedeutet übersetzt etwa so viel wie einzigartig. 2006 wollten die Unternehmer Bernard LaBorie, David Altshuler und Jack Sichterman eine Luxusmarke für Wasser aufbauen. Auf der Suche nach dem perfekten Wasser sind sie auch nach Island gekommen und haben kurzfristig ihre Pläne geändert: Anstatt Wasser zu vermarkten, wollten sie zusammen mit der lokalen Viking-Brauerei nun Craft Bier produzieren und exportieren. Hier kommt auch Braumeister Baldur Karason ins Spiel: Der gebürtige Isländer hat in Schottland Brauwesen studiert und ist aus handwerklicher Sicht der kreative Kopf hinter Einstök.

Stone Brewing Berlin IPA

Größter Schlager des kalifornischen Craft Bier-Brauers Stone Brewing ist das Stone IPA. Für den europäischen Markt wird seit 2014 in Berlin gebraut und so gibt es hier nun das Stone Berlin IPA. Die Rezeptur ist dabei die gleiche, doch feine Unterschiede wird es bei Bier immer geben – lokal angebautes Getreide, unterschiedliche Wasserquellen, all das spielt eine Rolle, wenn es um den genauen Geschmack des Biers geht. So ist die Kennzeichnung des Brauorts eine besondere Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber dem Kunden.

Große Pläne hatte Stone Brewing in Berlin. Ein ehemaliges Gaswerk wurde in den letzten Jahren zu einem riesigen Mekka für Craft Bier umgebraut. Doch im April wurde verkündet, dass der Standort an die Craft Brauer von Brewdog übergehen muss. Wahrscheinlich wird Stone Brewing dort weiterhin Biere für den europäischen Markt brauen, doch kurzfristig ist es ein Rückschlag für die Amerikaner.

Brewheart Hopeye

DDH, das steht für Double Dry Hopped. Das bedeutet, dass diesem Bier nach dem Würzekochen noch zweimal in der Kühlphase Hopfen zugegeben wurde. Bei den meisten Pale Ales und IPAs passiert das nur einmal. Bei Hopeye schmeckt man die Einflüsse der Hopfensorten Citra und Sabro also besonders intensiv.

Bei Roland und Andreas kommt die Leidenschaft für Bier von den experimentierfreudigen amerikanischen Craft Brauern, die am Ende des letzten Jahrhunderts die Szene richtig aufgewirbelt haben. Experimentierfreude stand da ganz oben auf der Liste, während Craft Bier in Deutschland zu dem Zeitpunkt komplett unbekannt war. Roland und Andreas fanden die deutsche Brauereilandschaft interessant und die Vielzahl an regionalen und traditionellen Brauereien, die gutes Bier brauen, ist außergewöhnlich. Das Ziel ist diese Braukultur zu ergänzen mit Bieren, die zeigen, wie abwechslungsreich und unterschiedlich Bier sein kann. Mit ihren Bieren wollen Brewheart uns auf eine Geschmacksreise mitnehmen und unvergessliche Momente erschaffen.

Brauhaus Binkert Pale Ale

Der Ansatz des Brauhauses Binkert nimmt ein wenig die Scheu vor Craft Bier, denn „Pale Ale“, so erklären sie, bedeutet ja nur „obergäriges Helles“. Das zeigt, dass auch der Craft Bier-Einsteiger mit so einem Bier etwas anfangen kann. Bei diesem Pale Ale ist der Aromahopfen so eingesetzt, dass man Maracuja und Orange riechen und schmecken kann.

Viele Neugründungen einer Brauerei beginnen damit, dass es im Ort noch kein Brauhaus gab und es an gutem Bier fehlte. Auch in der Gemeinde Breitengüßbach wurde bis zur Gründung der Brauerei Binkert im Jahr 2012 kein Bier gebraut. Einziger Unterschied: Die Gemeinde liegt in Oberfranken, der Region mit der weltweit größten Brauereidichte. Hier haben die Kunden besonders hohe Ansprüche an die Qualität und es ist schwerer, sich von der Konkurrenz abzuheben als anderswo. In der Brauerei Binkert werden neben traditionellen Bieren auch regelmäßig der Saison angepasste Craft Biere gebraut.