Februar 2019

Die kalten Monate sind oft die richtige Zeit, sich auf die kräftigeren Biere zu fokussieren. Beispielsweise stechen die IPAs Valley of the Hop und 3-Mal Hopf mit 7,0% und 7,2% Alkoholgehalt hier hervor. Insbesondere aber der Barley Wine Barrel Finished #2 ist dabei wichtig zu erwähnen.

Besonders gut trinkbar und nicht allzu außergewöhnlich sind das Grünhopfen Pils und das IPA. Das Grünhopfen Pils ist ein traditioneller Bierstil, gebraut mit ungetrockneten frischen Hopfen. Das IPA ist ein hopfengestopftes obergäriges Bier mit 5,8%.

Außergewöhnlich ist die Berliner Weisse. Manche kennen das Getränk gemischt mit Sirup, doch das würde die feinen Geschmäcker dieses Biers komplett übertönen. Die Fruchtigkeit kommt hier von getrockneten Pfirsichen, die mit eingebraut wurden.

Cast Brauerei IPA

Mit 5,8% Alkoholgehalt ist dieses IPA vergleichsweise leicht. Das Ziel der Brauer war es auch, ein gut trinkbares Bier zu brauen, das Durst auf mehr macht. Durch den Einsatz der amerikanischen Simcoe- und Cascade-Hopfen erhält das Bier ein Passionsfrucht- und Grapefruitaroma.

CAST Brauerei, das setzt sich zusammen aus CA für Kalifornien und ST für Stuttgart. Diese beiden Orte bilden auch die Grundlage für das Logo der Brauerei, denn hier ist ein kalifornischer Bär und eine Stuttgarter Stute zu sehen. Aktuell zieht die Kleinbrauerei in eine neue Brauhalle im Stuttgarter Bezirk Feuerbach um.

Emelisse Barrel Finished #2

Der Bierstil des Barrel Finished #2 ist ein Barley Wine. Bei 11% Alkoholgehalt muss man das Getränk auch eher wie einen Wein betrachten. Eine große Schaumkrone ist bei solch starken Bieren selten zu erwarten und auch von der Karbonisierung her ist wenig zu bemerken. Doch gerade beim Barrel Finished #2 ist interessant, dass es in Bowmore Whiskey-Fässern vollendet wurde. So kommen hier viele Attribute von unterschiedlichen Getränken zusammen: Bier, Wein und Whiskey arbeiten bei dem komplexen Aroma zusammen.

Als 1998 im Westen der Niederlande die Stichting Emelisse gegründet wurde, eine Stiftung, um die frühere Insel Noord-Beveland zu fördern, da passte es gut, dass der bierbegeisterte Fré Buijze mit dem Brauen anfing. Denn sein Bier wurde unter der Marke Emelisse, im Mittelalter eins von zwölf Dörfern auf der damaligen Insel, zum Aushängeschild für die Region.

Brauerei Rittmayer Craftmayer Grünhopfen

Wie kommt der Hopfen ins Bier? In der Regel wird Hopfen nach der Ernte eingefroren und gemahlen. Das entstandene Pulver kann so in Pellets gepresst werden. Diese sind platzsparend zu lagern und gut haltbar. Diese Pellets liefern auch ein ähnliches Geschmacksprofil wie getrocknete Dolden.

Zur Zeit der Hopfenernte gibt es noch eine andere Möglichkeit: Der frische Hopfen kann direkt dem Bier zugegeben werden, ohne ihn zu trocknen. Das ist die Grundlage für ein Grünhopfen Pils.

1422 wurde der Familie Rittmayer vom Markgrafen Friedrich IV. von Kulmbach-Ansbach das Braurecht verliehen. Seitdem ist es eine Familie der Brauer. Daneben hat Rittmayer noch 14 andere Biere im Sortiment, drei davon ausschließlich zur Herbst- und Winterzeit. Seit 2012 hat die Brauerei ein neues Zuhause direkt neben der eigenen Abfüllanlage. Neben den eigenen Bieren werden dort auch die Biere anderer Brauer hergestellt.

Espiga Berliner Weisse

Die Berliner Weisse gehört zu den Bierstilen, die aus einer Zeit stammen, in der es für Bier, insbesondere Weißbier, normal war, recht sauer zu sein. Dazu trägt bei der Berliner Weisse auch die Hefe, Brettanomyces bruxellensis, bei. Sie macht das Bier so trocken, Napoleon soll auf einer Durchreise in Berlin die Weisse als Champagner des Nordens bezeichnet haben. Besonders spannend bei dieser Berliner Weisse: Pfirsiche haben, in Form von Trockenfrüchten, ihren Beitrag geleistet, um dem Bier ein besonders fruchtiges Aroma zu verleihen.

Espiga ist das Projekt der bierliebenden Biologen Teresa Galván and Arnau Rovia. Die beiden Spanier wollten charakterstarke Biere brauen, nachdem sie in Deutschland und Dänemark Biervielfalt erlebt haben. Aus Sant Llorenç d’Hortons bei Barcelona erobert das Bier von Espiga gerade Spanien.

NBG Valley of the Hop

Valley of the Hop ist ein IPA mit gleich 7,0% Alkoholgehalt und fünf Hopfensorten, die alle aus dem Yakima Valley im US-Bundesstaat Washington stammen. Die Kombination dieser Westküsten-Hopfen mit Hefe, die von der Ostküste der USA stammt, führt zu tropischen Noten zusammen mit einem angenehmen Malzaroma.

NBG, diese Abkürzung steht für Nürnberg und seit 2015 auch für New Beer Generation. Dahinter stecken zwei Amerikaner, einer aus Seattle im Westen und einer aus Maine im Osten der USA. In Nürnberg haben die beiden sich vorgenommen, ihr eigenes Bier mit extra viel Geschmack zu brauen. Das soll genau so schmecken, wie die zwei es am liebsten haben. Denn wenn sich sonst keiner dafür interessieren sollte, dann trinken sie es eben selbst. Bei so guten Bieren scheint da aber wenig Gefahr zu bestehen.

Libertus Craft Brewing 3-mal-Hopf IPA

Das 3-mal-Hopf IPA ist eine richtige Geschmacksbombe. Die kräftigen 7,2% Alkohol des Biers werden mit viel Hopfen von gleich fünf Hopfensorten ausbalanciert. Mit 60 Internationalen Bittereinheiten ist das Bier auch auf dieser Skala vielen anderen Bieren einen großen Schritt voraus.

Libertus Craft Brewing wurde gegründet von Head Brewer Dave und Sommelière Denise. Dave hat sich bereits während seines Jurastudiums in den USA für Craft Bier interessiert und fleißig zu Hause gebraut. Als er seine spätere Frau in Franken besuchte und deren Landgasthof kennenlernte, fasste er den Entschluss, Wirt zu werden und so seinen Kunden Craft Bier näher zu bringen. Denise hatte schon von klein auf die Verbindung zur Wirtschaft ihrer Großeltern und hat sich daher immer für Kulinarik interessiert. Die Biersommelière berät gerne ihre Gäste zur Kombination von Bier und Speisen und ist bei der Entwicklung neuer Biere voll miteinbezogen.