März 2019

Tiefschwarz ist die Schwarze Pumpe. Es ist ein Stout, das den Arbeitern und Ingenieuren der Energie- und Kraftwerksregion um Cottbus gewidmet ist.

Wie schmeckt ein Pils? Das Pilsner von Tilmans Biere ist überraschend anders und geht an die Grenze dessen, was man noch als Pils bezeichnen kann.

Dass ein Pilz im Bier Absicht sein kann und viel Freude bereitet, zeigt das Trüffel Ale. Eine spannende Kombination wäre sicherlich Pasta mit Trüffelsauce.

Und final ist für die Hopheads einiges dabei. Der Klassiker des Punk IPAs, das Alpen Pale Ale aus dem Fürstentum Liechtenstein und die Hopfenbombe des Laird IPA zeigen die Vielfalt des Hopfens.

Labieratorium Schwarze Pumpe

Das dunkle Bier, das 1722 in London ausgeschenkt wurde, war besonders bei den Lastenträgern beliebt. Die Lastenträger, englisch Porter genannt, sind daher auch die Namensgeber für den Bierstil. In Anspielung darauf ist die Schwarze Pumpe eine Hommage an die Arbeiter und Ingenieure der Heimatregion von Labieratorium. Diese haben ihre Muskelkraft und Geistesstärke in der Energie- und Kraftwerksregion um Cottbus eingesetzt.

Seit 2017 gibt's in Cottbus wieder ein eigenes Bier. Labieratorium ist in der brandenburgischen Stadt zu Hause und hat aktuell gleich 14 Biere im Sortiment. Auch der Traum von der eigenen Brauerei ist mittlerweile verwirklicht, denn Labieratorium hat eine eigene Brauanlage und Gaststätte im Zentrum von Cottbus.

Tilmans Biere Pilsner

Das Pilsner von Tilman Ludwig mischt drei Bierkulturen: Den tschechischen Bierstil des Pilsners, dessen friesische Interpretation und die modernen amerikanischen Aromahopfen. Tilmans Biere hat angefangen mit Das Helle, Die Dunkle, und Der Weizen. Nun ist also der nächste traditionelle Bierstil an der Reihe, um modern interpretiert zu werden.

Als Tilman Ludwig 2011 sein Studium im Gebiet Brauwesen in Weihenstephan abschloss, war es für ihn keine Option, bei einer Großbrauerei anzuheuern. Daher hat er sich erst einmal dazu entschieden, in der Schweiz in kleinen Spezialbrauereien zu arbeiten. Mittlerweile ist er zurück in seiner Heimatstadt München und hat sich als Wanderbrauer in einigen Brauereien im Umland eingemietet, um dort seine Biere zu brauen. Mit traditionellen Bierstilen (Helles und Dunkles) fing er an, um das Altbekannte neu zu interpretieren. Mittlerweile gibt es von ihm beispielsweise auch ein Pale Ale und ein Stout.

Hertl, Emma, Freigeist Room 309 Trüffel Ale

Dieses Trüffel Ale wurde mit dem edlen Pilz als Knolle und Öl sowie mit schwarzem Pfeffer gewürzt. Gleich wenn man die Flasche öffnet und das Bier ins Glas gießt, ist der ganze Raum mit dem Duft erfüllt. Auch beim Trinken erkennt man den Trüffel, der sich gut mit dem Malz, der Hopfenbittere und dem Pfeffer ergänzt.

Für diesen Kollaborationssud hat sich David Hertl zwei Gäste in seine Braumanufaktur eingeladen: Almut Zinn von Emma – Biere ohne Bart und Sebastian Sauer von der Freigeist Bierkultur. Für David Hertl ist es nicht das erste außergewöhnliche Bier, denn zusammen mit Marc Gallo braute er letztes Jahr bereits eine Gose mit Gurken. Almut Zinn und Sebastian Sauer brauten in der Vergangenheit zusammen mit dem Braukollektiv Freiburg ein Stout mit Haferflocken, Tonkabohnen, Zimt und Milchzucker. Eine besonders außergewöhnliche Idee von Sebastian Sauer war vor einigen Jahren ein Paella Ale, das nicht nur mit Reiskörnern, sondern auch mit Öl und Paella-Gewürzen gebraut wurde.

Braukollektiv Freiburg Laird IPA

Das Laird IPA ist ein West Coast IPA. Die Kategorisierung kommt von den unterschiedlichen Interpretationen des IPA-Stils an den amerikanischen Küsten. An der Ostküste ist man von der eher malzigen europäischen Brautradition und den bitteren englischen Hopfen beeinflusst, während man sich an der Westküste davon komplett befreit hat. Hinzu kommt, dass im Nordwesten der USA in Oregon ein großes Hopfenanbaugebiet ist. Daher ist das typische West Coast IPA besonders geprägt von intensiven Hopfennoten, die fruchtig nach Zitrus duften und schmecken.

Die vier Gründer des Freiburger Braukollektivs haben drei Dinge gemeinsam: Keiner von ihnen stammt aus Freiburg, alle haben sie Berufe, die sehr wenig mit Brauen zu tun haben und alle vier liebten Craft Beer schon, bevor sie sich kennenlernten. Für den Amerikaner James Tutor fing das mit dem Craft Beer so an, dass er zum 25. Geburtstag eine Hobby-Brauanlage geschenkt bekam. Sein eigenes Bier zu brauen fand er aufregend und lag damit im Trend. Dass die ersten Versuche misslangen, davon ließ sich James nicht einschüchtern. 2013 zog er dann nach Deutschland und lernte seine späteren Mitgründer kennen.

Seit 2014 sind die vier dabei, in Freiburg Craft Beer populärer zu machen. Als Gypsybrauer haben sie sich bei der Privatbrauerei Rogg im Schwarzwald eingemietet.

BrewDog Punk IPA

Ein IPA mit nur 5,6% Alkohol haben die Schotten von BrewDog gebraut. Es ist auch farblich heller als die meisten anderen IPAs. Das ist ein Bier, von dem man durchaus auch mehr als eins an einem Abend trinken könnte. Achte beim Riechen auf Mango, Lichee, tropische Früchte, Ananas und Karamell. Beim ersten Schluck stoßen dann noch weitere Früchte wie Himbeeren, Orangen und Aprikosen hinzu. Interessant: Nachdem das Bier nicht so besonders stark gehopft ist, merkt man im Abgang, dass die Malze es schön ausbalancieren.

Eine Freundin von mir hat die Schotten von BrewDog 2007 in Nürnberg kennengelernt. Damals klang das Vorhaben der beiden, eine Craft Brauerei aufzubauen noch völlig durchgedreht, doch heute findet man die Biere in fast jedem gut sortierten Craft Beer Laden. Dass hinter BrewDog eine Überzeugung steht, wird auch bei dem ungewöhnlichen Business-Modell schnell klar: Das Stammkapital kommt bei BrewDog von über 15.000 Crowd-Investoren. Außerdem sind alle Rezepte vollständig öffentlich verfügbar.

Liechtensteiner Brauhaus Alpen Pale Ale

Obwohl es nur 5,4% hat, kategorisiert das Liechtensteiner Brauhaus ihr Alpen Pale Ale als IPA. Mit 50 IBU hat es auf jeden Fall die nötigen Bitterstoffe, die es durch den Hallertauer Traditionshopfen und Cascade aus den USA bekommt. Etwas überraschend ist, dass Pilsner, Wiener, Münchner, Carahell und Caraamber Malz zum Einsatz kommt. So eine Vielfalt an Malzen findet man meist nur bei eher malzigen Bierstilen. Das merkt man auch im Geruch, der eher karamellig scheint.

Auch im kleinen Fürstentum Liechtenstein braut man mittlerweile Craft Bier. Während das Liechtensteiner Brauhaus bisher vor allem in der Schweiz bekannt war, so findet man die Biere der 2007 gegründeten Brauerei auch in deutschen Städten immer öfter.