Januar 2019

Bei dunklen Bieren bin ich meist etwas zurückhaltend. Dass mir etwas dann so gut gefällt wie das Black Nizza Motor Øl ist schon selten. Spannend wird es besonders bei Bieren wie der Schnittenfahrt, die Schokolade mit ins sowieso schon schokoladige Bier mischen. Besonders wenn diese Schokolade vom bekannten Schnittenhersteller Manner stammt.

Gelegentlich möchte ich ein Bier, das gut trinkbar ist. Ein Pils wie das Ruri von Coedo passt da sehr gut. Aber beispielsweise auch das Nürnbier, Drei im Seidla.

Charakterstarke Biere wie das 8th Day von Septem sind häufig beeindruckend. Ein kräfiges Bier wie der Sheep Shot, eine Zusammenarbeit von Sudden Death und Braukollektiv, noch viel mehr.

Nürnbier Drei im Seidla

Für jeden Franken war das wahrscheinlich leicht zu bemerken: Drei im Seidla spielt auf die fränkische Spezialität Drei im Weggla an. Zweiteres beschreibt drei Nürnberger Bratwürste in einem Brötchen (Weggla). Ersteres bezieht sich auf die drei Hopfensorten Mandarina Bavaria, Hallertauer Blanc und Polaris, auf die drei Malze Pilsner Malz, Wiener Malz und Carapils und auf die drei Freunde Steffen Rohnalter, Patrick Böhm und Sebastian Hinz, die das Bier entwickelt haben.

Genau genommen wird das Nürnbier von der R & W Bierspezialitäten Nürnberg GmbH gebraut. Diese betreiben die Bierothek Nürnberg und haben ihr Hausbier nicht wie die anderen Bierothek-Filialen von St. Erhard brauen lassen, sondern sich selbst in die Entwicklung eingebracht.

Ottakringer & Manner Schnittenfahrt

Die Grundzutaten für dieses Bier stammen von der Wiener Brauerei Ottakringer. Doch ein Teil der traditionellen Bierzutaten wurde gemischt mit oder gar ersetzt durch Zutaten, die vom Schnittenhersteller Manner stammen. Beispielsweise ersetzen Schnittenbrösel einen Teil des Malzes. Auch Manners Vanille, Haselnüsse und Kakao werden in das dunkle Stout gemischt.

Die Geschichte der Ottakringer Brauerei geht bis 1837 zurück. Damals hat Müllermeister Heinrich Plank eine Brauerei gegründet. Diese entstand im Wiener Vorort Ottakring, der zu der Zeit nur etwa 150 Häuser umfasste.

1890 gründete Josef Manner I. im benachbarten Hernals die Chocoladenfabrik Josef Manner. 1898 wurde das berühmteste Produkt der Firma, die Neapolitaner Schnitte, erstmals urkundlich erwähnt.

Septem 8th day

7,0% sind im oberen Bereich des für IPAs üblichen Alkoholgehalts. Das 8th Day ist mit 65 Internationalen Bittereinheiten (IBUs) auch in dieser Kategorie gut mit dabei. Hier wurden die amerikanischen Hopfensorten Mosaic, Citra und Simcoe eingebraut, mit denen ein IPA fast immer gut gelingt, da sie all die typischen IPA-Aromen mit sich bringen.

Septem, lateinisch für Sieben, wollten sie ihre Brauerei nennen. Denn die Zahl Sieben steht für die Schöfung. Warum die Griechen von Septem aber gerade einen lateinischen Namen verwendet haben, das verraten sie nicht. Die Verbindung zu Griechenland ist eine andere: Als Önologe hat sich Sofocles Panagiotou der Wissenschaft des Weins verpflichtet. Seine Kenntnis zum Mikroklima und der Ernte setzt er auch ein, um Malz und Hopfen zu den einzigartigen Septem-Bieren zu verarbeiten.

Sudden Death Brewing & Braukollektiv Sheep Shot

Ein Imperial IPA, manchmal auch Double IPA genannt, ist wie ein IPA, nur stärker, bitterer und mit noch mehr Wumms. Die Brauer empfehlen das 8% Alc. starke Bier, das gleich zweimal nach der Gärung mit Hopfen versehen wurde, selbst zum Frühstück. Zur Nachahmung nicht empfohlen.

2014 haben sich vier Craft Bier-Liebhaber zusammengetan, um in Freiburg das Braukollektiv zu gründen.

Sudden Death Brewing hingegen wurde von Olli Schmökel und Ricky Nagel in Timmendorfer Strand, einer Gemeinde nördlich von Lübeck, gegründet. Als die beiden in den USA ihr Lieblingsteam, die Boston Bruins, anfeuerten, entdeckten sie dort ihre Liebe zum Craft Beer und entschlossen sich, ihre Versorgungsprobleme in dem Bereich selbst zu lösen, indem Sie Sudden Death Brewing gründeten.

Coedo Ruri

Ein deutsches Pilsener aus Japan? So etwas sieht man nicht alle Tage. Coedos Ruri wurde in diesem Stil gebraut. Ruri steht für den Lapislazuli Edelstein, der besonders für seine intensive blaue Farbe und seine Reinheit bekannt ist. Keine Sorge, dieses Bier ist nicht blau gefärbt. Doch die Reinheit des Pilses macht optisch einen starken Eindruck.

COEDO ist eine japanische Brauerei, die Anfang der 70er in Kawagoe nordwestlich von Tokio gegründet wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurde Gerste nur als Dünger von den Biobauern in die Erde gemischt. Die Frage drängte sich auf, ob man die Gerste auch zum Bierbrauen benutzen kann und COEDO ist die Antwort. Auch heute noch legt die Brauerei Wert auf ihre nachhaltigen Biorohstoffe und hat ihre Aufmerksamkeit dem Brauen von ausgeprägt japanischen Bieren gewidmet.

Hanscraft & Co. Black Nizza Motor Øl

Der Name Black Nizza Motor Øl beinhaltet gleich mehrere Wortspiele: Zum einen wird das Bier in Aschaffenburg, dem bayerischen Nizza, hergestellt und ist, anders als das Bayerisch Nizza Pale Ale von Hanscraft & Co., ein dunkles Imperial Stout. Zum anderen ist es schwarz und cremig wie eben Motoröl. Drittens steht das dänische Wort „Øl“ (gesprochen „Öl“) für Bier.

Zuerst wollte Christian Hans Müller Bier für die gehobene Gastronomie brauen. Etwas, das Wein Paroli bieten kann und in der Regel fassgelagert ist. Doch als er 2013 das Backbone Splitter IPA als Experiment unter der Marke Hanscraft verkaufte, landete er direkt einen Hit. Die damals noch recht kleinen Craft Beer-Szenen in Berlin und Hamburg haben das Bier liebend gerne angenommen. Von da an war klar, dass der frühere Zahnmediziner nun eine Craft Beer-Marke aufbaut.